Am 20. Juli 2021 betrat Rudi Welzenheimer die Bühne.
Es war Coronazeit, wir veranstalteten ein Open-Air-Schach für Interessierte. Die Sonne schien. Er kam, setzte sich mir gegenüber ans Brett. Ein freundlicher, fast schüchterner Blick aus klugen Augen
unter buschigen Augenbrauen. Seine Züge verrieten sofort, dass er das Spiel aus dem Effeff beherrschte.
Damals wusste ich noch nicht, dass mein Gegenüber Internationaler Meister im Fernschach war, 2009 die Internationale Fernschachmeisterschaft gewonnen hatte – mit
einer Elo jenseits von 2400 – und auf Wikipedia unter den deutschen Schachspielern geführt wird.
Im Fernschach gilt eine lange Bedenkzeit, die einzelnen Züge gingen per Brief an die Schachpartner in aller Welt. So blieb ihm Zeit für seinen Fußballverein
Fortuna Frankfurt 1973, den er mitgegründet hatte und bei dem er selbst als Torwart aktiv war. Als Computer die Fernschachszene zunehmend dominierten, zog er sich 2011 aus dem aktiven Spiel zurück
und verharrte schachlich in einen Dornröschenschlaf.
Bis zu jenem 20. Juli.
Seitdem war Rudi aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. Er besuchte regelmäßig die Vereinsabende, half bei Veranstaltungen, spielte Vereinsturniere und in
den Mannschaften – auf ihn war Verlass.
Er nahm sich viel Zeit für andere Spieler, analysierte mit ihnen Partien, förderte ihr Verständnis und zeigte Wege auf, wie sich individuelle Spielstile
weiterentwickeln lassen. An „seinem Tisch“ versammelten wir uns, um gemeinsam die besten Züge zu finden. Oft brachte er eigene Aufzeichnungen aus seiner Fernschachzeit oder Bücher aus seiner privaten
Bibliothek mit – sein Blick als Buchhändler ging dabei weit über reine Schachliteratur hinaus.
Wer sich am Wochenende in der Liga wacker geschlagen hatte, wurde am Vereinsabend manchmal mit einem augenzwinkernden „Du Held!“ begrüßt. Ganz ernst gemeint war
das nie – Heldenverehrung lag ihm fern.
Am Freitag, dem 17. April, ist Rudi überraschend verstorben.
Unser Abteilungsleiter Andreas Curth fand für uns Schachspieler der Sport-Union die passenden Worte: „Rudi wird uns fehlen – als Spieler, als Mensch und als
Freund.“
Seiner Familie gilt unsere herzliche Anteilnahme.
Michael Apel
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